Jubiläumspublikation des VDP

Silke Technau: Ein Beruf im Wandel – 50 Jahre Verband deutscher Puppentheater

1968 gründeten einige Dutzend Puppenspieler in Eigeninitiative ihren eigenen Berufsverband. Sie hatten die Absicht, ihre Kunst institutionell und künstlerisch zu etablieren und zu fördern.

Silke Technau legt hier einen Band vor, der die Geschichte dieser Entwicklung in klaren Linien nachzeichnet. Sie zeigt die ästhetischen Evolutionen des Puppen- und Figurentheater ebenso wie den Einfluss gesellschriftlicher Prozesse auf Arbeitsbedingungen und Produktion und nicht zuletzt die ewig neue Herausforderung, Individualisten und Einzelkünstler in einer Vereinigung zu versammeln. Das ständige Wechselspiel zwischen künstlerischen Ansprüchen, pragmatisch-wirtschaftlichen Anforderungen und zeitgeschichtlichen Einflüssen macht den Band zugleich zu einem spannenden Parforceritt durch deutsche Geschichte. So ist die Situation, in der man sich zur Gründung des Verbandes entschloss, nur zu verstehen vor dem Hintergrund der Stagnation der Nachkriegszeit.
Nach Mauerfall und Wiedervereinigung treffen wiederum Puppenspieler mit unterschiedlichen ästhetischen Idealen, aber auch disparaten sozioökonomischen Produktionsbedingungen aufeinander, was Konflikte und Befruchtungen mit sich bringt.

Das Buch bietet eine Fülle an Informationen und Dokumenten und verfolgt zugleich einen künstlerisch-gesellschaftlichen Längsschnitt durch die Jahrzehnte. Lebensbilder, Zeitungsausrisse und Fotomaterial bereichern den Band mit dem Mosaik aus Fundstücken.

Silke Technau, Theaterwissenschaftlerin, langjährige Akteurin im eigenen Theaterensemble und in der Szene, sowie Redakteurin der Fachzeitschrift “Das andere Theater” schreibt hier aus der Sicht des VDP.
Das Werk “Ein Beruf im Wandel” wurde mit Bundesmitteln der Kulturbeauftragten gefördert und wurde im November in der “Schaubude” in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.

Silke Technau: Ein Beruf im Wandel – 50 Jahre Verband Deutscher Puppentheater – Sonderpublikation der Zeitschrift: “Puppen, Menschen & Objekte”

Herausgeber : Verband Deutscher Puppentheater e.V.
Marianenplatz 2, 10997 Berlin – ISSN 1619 – 3539

Verlag : Puppen & Masken – Wilfried Nold
Eppsteinerstr. 22, 60323 Frankfurt / M.
ISBN 978-3-935022-99-0

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Grußwort des 1. Vorsitzenden zur Präsentation der Publikation am 26.11.2018 in der Schaubude/Berlin

Seit mittlerweile 50 Jahren arbeitet eine ständig wachsende Gruppe von Puppen- und Figurenspielern gemeinsam daran, die Möglichkeiten dieser Kunstform zu erweitern und ihre Anerkennung in der öffentlichen Wahrnehmung und seitens der kulturpolitischen Institutionen zu stärken.

Unbedingte Voraussetzung für die jahrzehntelange Zusammenarbeit ist die Anerkennung der Unterschiedlichkeit der Bühnen, ihrer Ansprüche und ihrer künstlerischen Ausdrucksmittel. Neben allen Unterschiedlichkeiten steht immer das Gemeinsame, das Verbindende im Vordergrund; wie der langjährige Vorsitzende Albrecht Roser 1998 formulierte: „Wir schließen nicht aus, wir schließen zusammen“. Dabei schaut der VDP seit jeher nicht nur nach vorn – seit seinem Bestehen sind die Mitglieder auch fleißig am Sammeln und Bewahren. Neben Archiven für Plakate, Presseartikel, Theaterstücke und Fotos gibt der VDP seit seiner Gründung regelmäßig seine Fachzeitschrift heraus. Genau diese Fundgrube wollen wir den Leser entdecken lassen. So ist dieses Werk neben einer chronologischen Aufarbeitung der Aktivitäten des Verbandes auch ein buntes Kaleidoskop aus Berichten, Fachartikeln, Porträts und Erinnerungen.

Auch das Umfeld der Puppen- und Figurenspieler in Deutschland ist im ständigen Wandel. Die Entwicklungen in den Bereichen Erziehung und Bildung, das Aufkommen von Bürgerzentren und Soziokultur, neue Ausrichtungen in der Kultur- und Bildungspolitik, alternative Förderstrukturen – überall waren und sind VDP-Kolleg*innen direkt beteiligt.

Mein herzlicher Dank gilt dem Referat Darstellende Künste der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, das diese Publikation finanziell ermöglicht hat.

Ganz besonders möchte ich mich an dieser Stelle auch bedanken bei allen vorherigen Vorsitzenden, Geschäftsführern, Kassierern, Beisitzern, Bürokräften, Redakteuren, Referatsleitern sowie allen anderen fleißigen, ehrenamtlich arbeitenden Kolleg*innen, die seit 50 Jahren unermüdlich schreiben, sammeln, diskutieren und für den Verband einstehen und so den VDP zu dem gemacht haben, was er heute ist: eine starke Gemeinschaft von sehr unterschiedlichen, kreativen, selbstbewussten, aktiven, kollegialen Kulturschaffenden.

Matthias Träger
Klotten, Oktober 2018

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