Der Schimmelreiter

von Silke Technau und Dietmar Staskowiak nach Theodor Storm

In karger nordfriesischer Landschaft wächst ein Genie heran: Hauke Haien will seine Vision eines neuen Deiches in einer ängstlichen, abergläubischen Umgebung verwirklichen. Doch er unterschätzt in seinem Ehrgeiz die Macht des Irrationalen; nur seine kleine Tochter ringt ihm immer wieder menschliche Wärme ab. Der Deichbau verzögert sich katastrophal ...
In Storms letzter Novelle gehen dichte Sprache und eindrückliche Bilder eine großartige Verbindung ein, denen wir mit Marionetten, Projektionen und Musikcollagen nachgehen.
1838 erscheint in Hamburg der Nachdruck einer Deichsage von der Weichsel – »Der gespenstige Reiter« –, die Theodor Storm (1817–1888), 21-jährig, liest. Zeitlebens versucht er vergeblich, diesen Artikel wiederzufinden; die Stimmung des Deichsagenstoffs verlässt ihn nicht mehr. 1885 beginnt er mit Studien, Skizzen, Forschungen über den Deichbau des 17. und 18. Jahrhunderts, über Deichgrafen, Konstrukteure und Landverkaufsstrategien in Nord- und Ostfriesland. Auch seine ausgezeichneten Kenntnisse über nordfriesische Sagen und Aberglauben fließen in die Arbeit ein. Drei Jahre lang bereitet er neben seiner anderen schriftstellerischen Arbeit die Novelle »Der Schimmelreiter«, vor. Schwerkrank ringt er mit den Figuren, mit dem Stoff. Er will die »Gespenstergeschichte« mit der Form der realistischen »Novelle« poetisch verbinden. Bis zuletzt, noch nach der ersten Drucklegung, feilt er an Formulierungen, streicht Szenen, erweitert Sätze, prüft den Sprachrhythmus. Die Novelle erscheint endlich im Frühjahr 1888; Storm stirbt im Sommer 1888 an Magenkrebs. Hier in seinem letzten Werk hat er noch einmal seine literarischen Fragestellungen, seine Naturauffassung, seinen köstlichen Humor und seine Menschenliebe leidenschaftlich gestaltet und uns als Vermächtnis hinterlassen.


Dramatisierung für das Figurentheater: Silke Technau, Dietmar Staskowiak
Marionetten: Antje Hohmuth
Bühnenbild: Denise Sheila Puri, Stephan Schlafke, Jürgen Hohmuth, Kilian Kreuzinger, Ria Bredemeyer
Regie: Dietmar Staskowiak
Spiel: Silke Technau, Stephan Schlafke

Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste e. V., der Possehl-Stiftung Lübeck, der Landesförderung des Ministeriums für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein der privaten und freien Theater 2011-14, der Figurentheater Lübeck gem. GmbH mit der Hansestadt Lübeck

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